Das neue Königspaar: Christian „Krümel“ und Nicole Christiansen begleitet von den Juchfruun Lina Fehlau (links) und Melli Mohr.
Quelle: Martin Geist
Manche Dinge scheinen sich nie zu ändern. Der Eckernförder Stadtteil Borby stand übers Wochenende mal wieder ganz im Zeichen der Gilde. Jede Menge Bewohner feierten auch diesmal mit.

31.05.2026, Kieler Nachrichten
Eckernförde. Mit Spielmannszug, Fahnenschwenker, Königspaar und Karussell: Die Borbyer Gilde feierte drei Tage wieder genau so, wie sie es schon seit Jahrzehnten tut. Programm für die Kinder und die Älteren, Tanzvergnügen im Festzelt, alles an dem Spektakel folgte einer Tradition, die sonst vielerorts schon ausgestorben ist.

Warum das Gildewesen in dem Stadtteil von Eckernförde derart stabil daherkommt, können die Verantwortlichen selber nicht so genau sagen. Gewiss ist aber nach den Worten des Vorsitzenden Nils Wilke: „Auch für uns ist das jedes Jahr eine große Herausforderung.“ Zunehmende Auflagen der Behörden, hohe Kosten zum Beispiel für die inzwischen unentbehrliche Security, nachlassendes Interesse am Ehrenamt, all das macht es der Borbyer Gilde nicht eben leichter, an ihren tollen Tagen festzuhalten.
Erstmals „Battle der Musikzüge“ bei der Borbyer Gilde
Und dennoch: Es funktioniert in Eckernförde. Dank der vielen Sponsoren, die dem Verein die Treue halten. Und ebenso dank der enorm starken Basis. Nahezu 1000 Mitglieder machen die Gilde in Borby zur zahlenmäßig stärksten in ganz Schleswig-Holstein. „Darauf lässt sich auch heute noch aufbauen“, meint der Vorsitzende.
Hinzu kommt, dass die Borbyer Gilde einfach eine kreative Truppe ist und Tradition immer wieder ein Stück neu interpretiert. Zum Auftakt am Freitagabend gab es im Festzelt erstmals einen „Battle der Musikzüge“. Vier Kapellen aus der Region stellten sich vor etwa 200 Zuhörern einem spaßigen Wettbewerb, in dem es darum ging, wer das breiteste Repertoire parat hatte.
Auch für uns ist das jedes Jahr eine große Herausforderung.
Nils Wilke
Vorsitzender der Borbyer Gilde
Immer wieder wartet Eckernförde-Borby zudem mit interessanten Gästen auf. Diesmal war es die Stadtkapelle aus Rottenburg am Neckar, der kleineren Nachbarstadt von Tübingen. Wie es gefallen hat? „Super“, schwärmte Flötenspielerin Viktoria Eschenfelder. Mehrere Tage tourten die 35 Schwaben, die in voller Besetzung 60 Aktive zählen und immer wieder mit Preisen ausgezeichnet werden, an der Ostsee. Der Auftritt am Sonnabendnachmittag bei der Borbyer Gilde war „ein Highlight“, betont Andres Lewedey, der bei der Stadtkapelle wechselweise die Tuba spielt oder den Taktstock schwingt.
„Krümel“ ist der neue König in Borby
Mit dabei waren die Rottenburger anschließend auch, als es hinunter zur „Letzten Pappel“ ging, wo die Gilde seit je ihr neues Königspaar proklamiert. Christoph „Krümel“ Christiansen und seine Frau Nicole nahmen ihr neues Amt freudig an und führten den Umzug hinauf zum Festzelt in der Bergstraße. Im vollbesetzten Zelt wurde dort noch lange gefeiert, mit Tanzmusik von Nico Valente und Mamaloo.
Der Sonntag stand bei der Gildefeier wie immer im Zeichen der Kinder, ehe das viertägige Spektakel am Montag unter anderem mir einem Empfang im Rathaus Eckernförde, einem Platzkonzert und einem Tanzabend ausklang. Fazit: Die Tradition lebt in Borby!
KN
https://www.kn-online.de/lokales/rendsburg-eckernfoerde/borbyer-gildefeier-in-eckernfoerde-war-wieder-ein-erfolg-YMLJ4Y2NIRDBHMRKYIFEMIQLJM.html





